Flurbereinigung
Im Rahmen des Emslandplans wurden nicht nur neue Bauerndörfer und Siedlungen auf den kultivierten Gebieten im Moor neu angelegt, sondern auch die Struktur der bereits bestehenden Dörfer und die umgebenden Agrarlandschaften wurde planmäßig umgestaltet.
Diesem Zweck diente insbesondere die sogenannte „Flurbereinigung“. Dabei wurden kleine landwirtschaftliche Grundstücke zu größeren Flächen zusammengelegt, die man mit modernen Maschinen besser bearbeiten konnte.
Durch die vielen vernässten Niederungen, die nach Regenfällen häufig unter Wasser standen, wurden tiefe Entwässerungsgräben gezogen und damit der Grundwasserspiegel abgesenkt. Auf diese Weise konnte man Grünland und sogar Sumpfgebiete in wertvolles Ackerland umwandeln.
Die neuen Entwässerungsgräben und Wirtschaftswege zogen die Planer schnurgerade durch das Gelände. Alles, war im Weg stand, wurde gerodet und einplaniert. Die Grundstücke teilte man neu ein und schuf große zusammenhängende Flächen mit rechteckigem Grundriss. Dabei verwandelte sich die Landschaft von einer kleinteilig gegliederten und naturnahen Kulturlandschaft in eine Agrarlandschaft vom Reißbrett aus geraden Linien und rechtem Winkel. Die Natur musste sich in die Windschutzstreifen, die wenigen Gehölze und die verbliebenen Naturschutzgebiete zurückziehen.


